Aktuelles

2020 — Dem Bergbau im Huttental auf der Spur

Daniel Götte erläutert einen Stollen im Huttental am Mundloch (Aufstieg zur Ruine Rheingrafeinstein)

Endlich konnte am 3.10.2020 wieder eine Veranstaltung des Vereins Corona trotzen. Unser Vereinsmitglied Daniel Götte erläuterte auf einem Spaziergang vom Huttental bis zur Speckerbrücke die Spuren des Bergbaus in diesem Bereich. Sie zeugen davon, dass nachweislich seit dem 15. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert hinein immer wieder Versuche unternommen wurden, im Vulkangestein Kupfer und auch Silber abzubauen. So richtig erfolgreich war das wohl in den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts. Daniel Götte erzählte auch von den geologischen Voraussetzungen, der wirtschaftlichen Organisation und den Arbeitsbedingungen des Bergbaus. Mit geschultem Auge konnten die 20 Teilnehmer schließlich auch Bodenvertiefungen ausmachen, die auf alte Schächte hindeuten. Faszinierend sind auch die Unternehmerbiographien der Männer, die mit wechselndem Fortune, als Bergbauunternehmer agierten – und dabei auch viel Geld riskierten.

Was alles im Jahr 2020 abgesagt werden musste, finden Sie in der Rubrik „Termine“ gelistet oder im Jahresprogramm 2020.

2019 — Der Internationale Weinbaukongress in Bad Kreuznach 1939

Herbsttagung am Samstag, 16.11.2019, 14.30 Uhr, Haus des Gastes, Kurhausstraße 22–24: Das größte Weinpropagandaspektakel des Dritten Reiches und dessen jähes Ende

Ein kurioses Kapitel der Geschichte der NS-Zeit – der Weinbaukongress 1939 – steht im Mittelpunkt der traditionellen Herbsttagung, zu der der Verein für Heimatkunde am Samstag, 16.11.2019, 14.30 Uhr in das Haus des Gastes einlädt.

„Der Internationale Weinbaukongress in Bad Kreuznach 1939 – Das größte Weinpropagandaspektakel des Dritten Reiches und dessen jähes Ende“, so lautet das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Dr. Christof Krieger an dieses ungewöhnliche Ereignis vor achtzig Jahren erinnern möchte. Der Historiker, der sich in seiner Doktorarbeit an der Universität Trier mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda an Mosel, Saar und Ruwer beschäftigte, gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen überraschende Einblicke in ein weithin unbekanntes Kapitel der Lokalgeschichte von Bad Kreuznach. Zugleich erläutert er die Bedeutung der Weinbauförderung in der NS-Wirtschaftspolitik.

Das Plakat zum Kongress
Die Eröffnungsrede des Reichsbauernführers Walter Darré

Buchstäblich am Vorabend des Zweiten Weltkrieges sollte in Bad Kreuznach das bedeutendste Weinspektakel des Dritten Reiches stattfinden: Am 21. August 1939 wurde in der Nahestadt der erste und bislang einzige „Internationale Weinbaukongress“ auf deutschen Boden eröffnet! Um die Errungenschaften des Hitlerstaates auch auf weinfachlichem Gebiet vor der Weltöffentlichkeit zu repräsentieren, hatte der NS-Staat keine Kosten und Mühen gescheut. So wurde von der NS-Bauernorganisation ebenfalls eine Weinbauausstellung der Superlative vorbereitet, während die NSDAP zum aufwändigsten Weinfest rüstete, das es bislang im westlichen Grenzgebiet gegeben hatte.

Doch die hochfliegenden Pläne wurden durch Hitlers Welteroberungspolitik jäh zunichtegemacht: Hatte schon der Weinbaukongress unter dem lähmenden Eindruck drohender Kriegsgefahr gestanden, verließen am 26. August 1939 sämtliche ausländischen Teilnehmer fluchtartig den Kongressort, wo alle übrigen Programmpunkte kurzfristig gestrichen wurden. Die Mär vom friedfertigen Dritten Reich, zu deren Verbreitung auch die bis heute beispiellose Weinpropagandaschau in Bad Kreuznach hatte beitragen sollen, musste der Realität des Krieges weichen.

Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen!