Heute vor 500 Jahren verstarb nach einem 66 Jahre währenden Leben der Augsburger Jakob Fugger. Er galt zu seiner Zeit als der wohl wohlhabendste Mensch der Welt, Finanzier von Kaisern, Königen, Fürsten und Städten, Mäzen der Künste und Wohltäter der Augsburger Stadtbevölkerung durch die sogenannte »Fuggerei«. Sein Vermögen wird heute auf ungefähr 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Gemeinschaft geschätzt, was ungefähr 340 Milliarden Euro entsprechen kann.

Mit Kreuznach verband ihn nichts. Es liegen keine Informationen vor, dass die Kleinstadt im pfälzischen Kurfürstentum der Wittelsbacher zu einem Zeitpunkt seines Lebens eine Rolle gespielt hätte. Sein Reichtum, sein Einfluss und seine politisch-finanzielle Omnipotenz im 15. und 16. Jahrhundert gingen über Kreuznach hinweg, ohne es zu berücksichtigen oder zu beachten.

Trotzdem sind indirekte Verbindungen in das Nahegebiet erkennbar. Jakob Fugger unterstützte die Habsburger finanziell, Franz von Sickingen das Kaiserhaus mit militärischen Mitteln. So wirkte er als Kriegsunternehmer bei den Wahlverhandlungen des Jahres 1519, als mit Fugger-Geld und durch den Druck von Sickingens Söldnern Karl (V.) durch die Kurfürsten zum Kaiser gewählt wurde. Vier Jahre später blieb Kaiser Karl V. dem Sickingen die aufgelaufene versprochene Entlohnung schuldig und entsorgte schließlich den gefährlichen Kriegsherrn mittels einer Reichsexekution durch die Koalition des Erzbischofs von Trier, des pfälzischen Kurfürsten und des hessischen Landgrafen (dazu der Bündnisvertrag der drei Kriegsherren vom 20. Oktober 1522, erhalten im Hessischen Staatsarchiv Marburg, HStAM, Urk. 1, 3909).
